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Five minutes with Fred Baillif

an interview with the director of „La Mif“ The cinema is slowly filling up and the joyful voices of the crowd are giving me a feeling I haven't felt for a long time in the last months of lockdown. Finally it is possible again to celebrate a Berlinale film together. The film team of La Mif is welcomed with loud applause when they arrive at the cinema. Everyone of the crew - the director Fred Baillif, a few of the actresses and family and friends - is smiling and radiates pure joy as they’re walking up to the photo wall. I wait until they’re done with all photos and take the chance to sit down with Fred Baillif for a few minutes before the film starts. What interests me the most about this quite special topic is why Baillif chose it to portray it in one of his films. Fred Baillif: „Because I used to work as a social worker and studied it when I was younger. In the beginning i wanted to tell a story about sex abuse and then I thought the best place to talk about such a subject wou...

„You’ve always been there, you’ve never let me down. And you’ll always be my family“

A comment on La Mif Loud arguments and fights, but also joyful table football games and conversations about their fears, sexuality and random things. "La Mif" portrays a group of young girls living together in a children's and youth care. Each has her own story and problems, but they all have one thing in common: they cannot live with their parents. The caretakers do their best to give them a safe home and have to deal with a lot of problems and difficulties on their way. Partly fictional, partly documentary, director and writer Fred Baillif tells about the life in a childrens care by showing the problems and emotions of each girl one by one and giving the story time to grow. In between, the storyline returns to Lora, the manager of the care, who tries to solve all the problems and do her best to be a person of trust for each girl. Like single threads the individual stories find their way through the film and become one unit, accompanied by peaceful Bach preludes. Whil...

„You’ve always been there, you’ve never let me down. And you’ll always be my family“

Eine Kritik zu La Mif Laute Auseinandersetzungen und Rangeleinen, dann wieder versöhnendes Tischkicker-Spielen und Gespräche über die neu entdeckte Sexualität, Ängste oder Gott und die Welt. „La Mif“ portraitiert eine Gruppe junger Mädchen, die zusammen in einem Kinder- und Jugendheim leben. Jede hat ihre eigene Geschichte und Probleme, eines haben sie alle gemeinsam: Sie können nicht bei ihren Eltern leben. Die Betreuer:innen tun ihr Bestes, um den Jugendlichen ein sichereres und vertrauenswürdiges Zuhause zu geben und müssen dabei so einige Probleme und Schwierigkeiten überwinden. Teilweise fiktional, teilweise dokumentarisch erzählt der Regisseur und Drehbuchautor Fred Baillif vom gemeinsamen Leben in der Wohneinrichtung, indem er nacheinander den Alltag, die Probleme und Gefühlswelt jedes Mädchens einzeln betrachtet und der Handlung Zeit gibt, sich zu entfalten. Zwischendurch führt der Erzählstrang immer wieder auf Lora, die Heimleiterin zurück, die sich mit unendlicher Ausdauer...

Kinder- und Jugendhilfe in der Schweiz - ein System zum Scheitern?

Ein Hintergrundartikel zu "La Mif" In dem Schweizer Film „La Mif“ portraitiert Regisseur und Drehbuchautor Fred Baillif den Alltag und die Probleme junger Mädchen und deren Betreuer:innen in einem Kinder- und Jugendheim. Die Systeme dahinter scheinen wirr und teilweise nicht auf das Kinderwohl ausgelegt zu sein. „Ein Kinderheim ist kein Gefängnis“ sagt Heimleiterin Lora ein Mal, als sie sich wegen eines Vorfalles im Kinderheim einem Ausschuss stellen muss. Doch wie sieht dieses System hinter der Kinder- und Jugendhilfe in der Schweiz aus? Ein Blick hinter die Kulissen verrät, wieso die Strukturen bei „La Mif" so undurchschaubar wirken. Die Schweiz ist bekannt für seinen Föderalismus - das Land gliedert sich in 26 Kantone, die meisten Gesetze entstehen auf dieser Ebene. Bundesweite Regelungen zur Kinder- und Jugendhilfe existieren nur sporadisch und beziehen sich nur auf die Ernstfälle: wann in das Elternrecht eingegriffen werden darf, welche finanziellen Mittel fü...

La Mif

LA MIF The Fam Regie Fred Baillif Schweiz 2021 Französisch, Portugiesisch UT Englisch • 111 Minuten Produktion Fred Baillif Buch Fred Baillif Kamera Joseph Areddy Montage Fred Baillif mit Claudia Grob, Anaïs Uldry, Kassia Da Costa, Joyce Esther Ndayisenga, Charlie Areddy Sa, 12.06.2021, 21:30 Uhr Freiluftkino Rehberge Mo, 14.06.2021, 21:45 Uhr Freiluftkino Pompeji Sieben Mädchen leben zusammen unter einem Dach. Sie haben einander nicht ausgesucht, wie in einer Familie. Sie kommen aus schwierigen Verhältnissen, hier im Heim finden die Mädchen eine neue Familie, eine Gemeinschaft, wie sie sie bisher nicht kannten. Sie teilen Freude und Leid und rebellieren gegen die Unzulänglichkeiten ihrer Umgebung – die Temperamente der jungen Frauen sind verschieden, ihr Lebenshunger ist groß, ihr Platz in der Gesellschaft zu prekär. Heimleiterin Lora ist immer für sie da, wenn sie sie brauchen. Oder ist es umgekehrt? La Mif entstand in enger Zusammenarbeit mit den jungen Darstellerinnen...